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PR-Markt in Österreich stagniert

In meiner Lehrveranstaltung Content-Strategien an der Uni Salzburg beschäftigen wir uns auch stark mit den Veränderungen des Kommunikationsmarktes. Leider fehlt es in Österreich gegenwärtig an validen Untersuchungen, die über aktuelle Entwicklungen der heimischen PR-Branche Auskunft geben könnten. 

Die beiden Grundlagenstudien über den österreichischen PR-Markt haben schon etliche Jahre auf dem Buckel. Die letzte Studie aus dem Jahr 2006 (Pressetext) bezifferte das Marktvolumen mit rund einer Milliarde Euro. Drei Jahre zuvor waren es 800 Mio. Euro gewesen. Für die Zeit danach gibt es kein gültiges Zahlenmaterial mehr.

Top-10-Agenturen verzeichnen leichte Einbußen

Um sich einen ungefähren Eindruck über den österreichischen PR-Markt zu verschaffen, kann man zwei Quellen heranziehen. Einerseits sind das die Zahlen des PR-Agentur-Rankings des Branchenmagazins Bestseller, die sich online bis ins Jahr 1998 zurückverfolgen lassen. Andererseits ist es auch aufschlussreich, ob sich die Zahl der auf die Berufsbezeichnung "Public-Relations-Berater" ausgestellten Gewerbescheine verändert. Daran erkennt man, wie attraktiv das Berufsfeld ist.

Im PR-Agentur-Rankung des Bestseller hat sich im letzten Jahr nicht viel verändert. Der kumulierte Umsatz der zehn größten heimischen PR-Agenturen lag 2014 bei 30,21 Mio. Euro. Das ist ein kleiner Rückgang in Höhe von 130.000 Euro im Vergleich zum Vorjahr (30,34 Mio. Euro). Seit dem Höchststand im Jahr 2008 haben die Top-Agenturen mit einem Minus von 20 Mio. Euro allerdings gewaltig Federn lassen müssen (siehe u. a. Säulengrafik). Über die möglichen Gründe für den satten Rückgang habe ich an dieser Stelle bereits im Vorjahr spekuliert.

Niederösterreich mit deutlichem Plus

Wenig Bewegung gab es bei der Entwicklung der auf "Public-Relations-Berater" lautenden Gewerbescheine seit dem Vorjahr. Zum jährlichen Stichtag 6. August gab es seit dem letzten Jahr einen leichten Zuwachs von 2145 auf 2148 Gewerbescheinen.

Das Wachstum geht vor allem auf das Konto von Niederösterreich, wo es ein Plus von 15 "Public-Relations-Berater" gab. Den stärksten Rückgang setzte es in Oberösterreich: Hier gibt es im Vergleich zum Vorjahr nun zehn PR-Gewerbescheine weniger (siehe u. a. Tabelle).

Fazit: Der PR-Markt in Österreich stagniert. Und an die Adresse des PRVA: Es braucht dringend einen neue Grundlagenstudie. 

Martin Sturmer am 28.10.2015 | Tags: , , , , ,

Kumulierter Umsatz der jeweils zehn größten PR-Agenturen

(Quellen: Bestseller 3/2015, Horizont 31/2014, Wirtschaftsblatt.at 23/04/1999 und 18/05/2001)

Anzahl der heimischen PR-Betriebe nach Bundesländern

(Quelle: WKO Firmen A-Z, Stand 6. August 2015)