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Vorankündigung: Das Sommerloch kommt

So sicher wie der erste Schnee kommt es Jahr für Jahr zum fast gleichen Zeitpunkt: das Sommerloch, Nachrichtenebbe, Ereignisarmut. Und Jahr für Jahr fiebern Heerscharen von Journalisten dem nächsten Hagelunwetter, einer kleinen Provinzposse oder einfach Anfang September entgegen. Zur Not tut's auch die Strandstory vom Bürgermeisterurlaub. Sommerlich. Sommerloch. Armselig.

Was tun, wenn die Flaute droht? Die einen meinen: Es ist der beste Zeitpunkt, um in die Medien zu kommen. Stimmt. Bloß liest sie keiner. Im Sommerloch Karriere zu machen, ist eine leichte Übung. Im Sommerloch nichts zu tun, ist grobe Vernachlässigung der Kommunikationspflicht. Was also? Nichts oder alles?

Grundsätzlich gilt: Themen sorgen selten singulär für Furore. Dass Leute alles lesen, was in der Zeitung steht, nur weil sie die Zeitung in der Hand halten, ist eines der groben Missverständnisse. Es existiert ungefähr so lange wie die Druckmaschine und ist grundfalsch. Fade Stories bleiben unentdeckt. Wenn Lesen statt Abenteuer im Kopf nur Folter für Augen und Gehirn ist, schaut auch das Publikum gerne weg. Die reine Präsenz bringt also wenig außer einen dicken Pressespiegel. 

Also auch faulenzen? Wenn die Geschichte nicht das Zeug zum Heuler hat, lieber ja. Oder noch besser: Den Sommer nutzen, um die Story zu finden. Die eigene. Umgebungen zu definieren, in die das eigene Schaffen gut passt. Den nächsten Anlass abwarten. Die große Welle, auf der vieles mitschwimmt, kommt bestimmt. Je besser vorbereitet, desto erfolgreicher die Geschichte. Die passende Strategie lässt sich auch bei 35 Grad im Schatten perfekt entwickeln. Das journalistische Sommerloch darf man getrost der Fantasie begeisterter Redaktionspraktikanten überlassen. Sie werden es schon füllen. Als Sprungbrett für eine Themenkarriere in den Medien ist es denkbar ungeeignet. Die Rolling Stones treten ja auch nicht in Karaoke-Bars auf. 

Thomas Holzinger am 27.06.2011 | Tags: ,

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