Macht berühmt.
PR-Agentur für
Themenführer_innen
Weil wir wissen, wer wir sind
Wer die Räume des Mediaclub betritt, mag sich wundern. Moderne Architektur, außergewöhnliche Möbel, schwerer Schienenstahl mit Linoleumplatten. Computer, Kameras und allerhand Tand aus dem Futureshop deuten auf die zukunftsorientierte Branche. Man wähnt Batman jeden Moment um die virtuelle Ecke wetzen, und dann das: Ringo, der Holzbüffel.
Ein hübsches Stück afrikanischer Baum, geschnitzt und geschliffen, am Ende geölt. Er passt in unser Büro wie Captain Kirk auf die Kommandobrücke eines Wikingerschiffs. Unsereiner mag so etwas. „Ethnokitsch“, sagen die anderen. Für uns ist Ringo ein Denkmal. Ein Heiligtum. Ein Freund. Er kam mit Martin Sturmer aus Afrika. Als Geschenk jener Kommune, in der er in freiwilliger Mission für den Ausbau des Wassernetzes arbeitete. Entwicklung, nachhaltige zumal, mit exotischem Anspruch hat ihren Wert, allemal. Für uns zumindest.
Soziales Engagement ist uns genauso wichtig. Keine Straßenzeitung kommt ungekauft an uns vorbei. Wir sind der Schreck jedes Börsenmaklers: Der schnelle Gewinn auf den Aktienmärkten ist uns suspekt. Gutes Geld, ja bitte, aber nur dann, wenn wir es redlich verdient haben. Und weil jeder Spaß ein Ende hat, sind wir hie und da auch recht ernst. Dann arbeitet der eine ehrenamtlich für Afrika und der andere genauso unbezahlt als Bewährungshelfer. Weil immer gilt: Was uns nicht umbringt, macht uns älter, ganz gewiss, und daher lernen wir, solange wir leben, zur Not auch im Ehrenamt. Bildung heißt etwas in unseren Kreisen.
Gerne trinken wir Kaffee, aber bitte nur jenen, welchen die Pflückerinnen und Pflücker fair bezahlt bekommen haben. Industrielle Lebensmittel bringen wir runter, wenn wir wirklich hungrig sind. Ansonsten ist Bio unser ständiger Begleiter. Weil nur im Einklang zwischen Kosmos, Geist und Körper unser Wohlbefinden gedeihen kann. Das schlechte Gewissen über jeden ökologischen Fehltritt wiegt oft schwerer als der schiere Geschmack.
Wenn wir Autos fahren, schämen wir uns. Es sind selten große Limousinen. Protz heißt Tod und lieber lassen wir unsere überschüssigen Euros in Kulturveranstaltungen fließen, am liebsten solche, die man auch ohne Sakko oder Schuhe besuchen kann. Weil natürlich: Das ist unser Steckenpferd. Wir müssen lesen, weil wir sonst nicht mitreden können. Kunst ist Königin, außer sie ist zu teuer. Die besten Werke verlieren wir alljährlich an die reichen Sammler aus Übersee.
Warum das so ist? Lange haben wir gerätselt. Zwei Geschäftsführer, in ihren Werten wie Zwillinge. Nur nicht zu viel haben und immer einen Gedanken voraus. So sind wir. Im Beruf ist das oft nützlich. Wir denken schneller als der Rest und bekommen dafür etwas weniger Kies. Soll sein. Ob das stört? Nein, gar nicht. Zu viel wäre nicht gut für uns. Aber nochmal: Warum zum Geier sind wir so? In der letzten Not haben wir unsere Partner von Integral gefragt. Sie haben uns umgehend zum Fragebogen geschickt. Zu jenem, der die Milieus erhebt. Die Sinus-Milieus genau genommen. Nach ein paar dutzend Fragen und den Antworten war klar: Wir sind Postmaterielle. Quasi amtlich bestätigt. Wir sind postmateriell und das in lehrbuchgleicher Ausprägung. Ein Urteil das gilt. Weil die Sinus-Milieus die beste Beschreibung der Zielgruppe erlaubt. Wir sehen, das müssen Sie uns glauben, wie echte Postmaterielle aus. Mit Haut und Haar.